2018 ging Spotify in mehreren europäischen Ländern online. Seither hat der schwedische Musik-Streamingdienst den Musikmarkt komplett umgekrempelt. Doch bevor sich das neue Konzept durchsetzen konnte, musste Spotify viele Hindernisse überwinden.

Umbruch in der Musikindustrie

Musikliebhaber haben früher zahlreiche Stunden in Plattenläden mit dem Entdecken neuer Alben verbracht. Dann krempelte das Internet die Musikindustrie komplett um. Allerdings standen dabei zunächst Raubkopien im MP3-Format auf illegalen Tauschbörsen wie Napster im Fokus. Erst als Apple den iPod herausbrachte und im iTunes-Store Songs für 99 Cent zum Download anbot, schien für die gebeutelte Musikindustrie Rettung in Sicht.

Der nächste Entwicklungsschritt erfolgte mit dem Streaming. Bei diesem muss man die Stücke nicht mehr herunterladen, sondern kann sie direkt aus dem Netz abspielen. Jedoch scheiterten erste Streaming-Plattformen wie Real Rhapsody. Erst mit dem Siegeszug des Smartphones wurde das neue Modell ausreichend attraktiv. Somit ging das schwedische Start-up Spotify am 7. Oktober 2008 genau zum richtigen Zeitpunkt an den Start.

Spotify schuf ein neues Modell

Als Schlüssel zum Erfolg erwies sich das zunächst umstrittene „Freemium“-Modell von Spotify-Gründer Daniel Ek. Dieser hatte die Idee, den gesamten Spotify-Songkatalog prinzipiell kostenlos zur Verfügung zu stellen. Hierbei muss der Nutzer lediglich Werbeunterbrechungen sowie Einschränkungen beim Titel-Überspringen in Kauf nehmen. Wer dies jedoch nicht möchte, der kann die kostenpflichtige Variante wählen.

Das neue Konzept stieß zunächst weder bei der Musikindustrie noch bei den Künstlern auf große Gegenliebe. Aufgrund des Gratis-Streamings befürchteten sie alle jahrelange magere Einnahmen. Doch mittlerweile ist Eks Konzept aufgegangen. Heute zahlen 83 Millionen der insgesamt 180 Millionen Spotify-Nutzer für ein Musik-Abo. Zum Vergleich: Das kostenpflichtige Angebot im Shop von iTunes nutzen nur 50 Millionen Musikfreunde.

Spotify weiterhin auf Erfolgskurs

Anfang April 2018 ging Spotify an die Börse. Seither stieg die Spotify-Aktie um beinahe 25 Prozent. Daneben hat sich Musikstreaming auch hierzulande fest etabliert. Während vor fünf Jahren nur jeder zehnte deutsche Internetnutzer Musik streamte, tut dies heute bereits jeder zweite. In der Gruppe der 14- bis 29-jährigen User sind es sogar zwei Drittel.

Parallel hierzu bricht der Umsatz von CDs immer mehr ein. Diesen Sommer machte die Musikindustrie in Deutschland erstmalig mehr Geld mit Streaming als durch den Verkauf von CDs. Insgesamt beträgt der Marktanteil von Streaming bei uns heute 47,8 Prozent. In Schweden ist Streaming seit 2012 sogar der umsatzstärkste Bereich auf dem Musikmarkt und in Nordamerika seit 2015. Spotify & Co. scheinen nicht zu stoppen.